Factoring

Factoring ist eine attraktive Finanzierungsalternative zum Kontokorrentkredit und hilft außerdem, wenn das eigene Kreditlimit bereits (in Spitzen) maximal beansprucht ist. Denn beim Factoring zählt nicht die eigene Bonität, sondern die des Kunden. Unternehmen verkaufen ihre kurzfristigen Forderungen laufend an eine Factoringgesellschaft, die sofort zahlt und selbst erst bei Fälligkeit der Forderung vergütet wird.

Vorteile

schnelle Liquidität, der Factor zahlt sofort

kein Ausfallrisiko

Finanzierung nicht von eigener Bonität abhängig, sondern von der Kundenbonität

gute Factorabilität kann eigene schlechte Bonität heilen

Factoring ist gerade für Wachstumsunternehmen, die wegen langer Zahlungsziele in Liquiditätsschwierigkeiten geraten können, eine attraktive Finanzierungsform. Die Auswahl an Gesellschaften und Verträgen ist riesig – wir haben den Überblick und beraten Sie gerne.

Dank Factoring fast kein Delkredere-Risiko mehr

Beim Factoring werden fortlaufend kurzfristige Geldforderungen gegen einen Kunden an eine Factoringgesellschaft (Factor) veräußert, um nicht bis zum Zahlungsziel auf den Geldeingang warten zu müssen. Der Factor zahlt umgehend, so dass Ihnen sofort Liquidität zufließt. Der entscheidende Unterschied bei dieser Form der Finanzierung gegenüber anderen Finanzierungen: Es kommt nicht auf Ihre eigene Bonität an, sondern auf die Ihrer Debitoren. Factoring macht es also möglich, über die eigene Bonität hinaus Geld zu erhalten. Gerade im Mittelstand ist Factoring mittlerweile sehr beliebt. Allerdings ist angesichts von mehr als 250 Factoringgesellschaften und zahlreichen Vertragsvarianten die Auswahl des passenden Factors nicht ganz einfach.

Dank des Factoringvertrags umgehen Sie als Gläubiger das Delkredere-Risiko fast vollständig, denn das Factoring-Institut finanziert zu 80 bis 90 Prozent die Forderungen vor. Ihr Kunde zahlt dann erst zum verabredeten Zahlungsziel die Forderungen an direkt an den Factor oder an Sie (beim stillen Factoring). Anschließend zahlt der Factor Ihnen die restlichen 10 bis 20 Prozent. Darum ist für den Factor die so genannte „Factorabilität“ wichtig: Eine Rechnung ist factorabel, wenn die Leistung zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung (Einreichung beim Factor) vollständig und Einrede frei erbracht ist. Dies ist in den meisten Branchen der Fall, allerdings lassen sich Bauleistungen, wo Schäden auch nach Jahren noch auftreten können, nur schwer factorn.

Ein- oder Zweivertragsmodell beim Factoring

Beim Factoring kann zwischen dem Ein- und dem Zwei-Vertragsmodell unterschieden werden: Beim Ein-Vertragsmodell gibt es nur einen Vertrag mit dem Factor, da der Factor selbst eine Warenkreditversicherung abschließt. Beim Zwei-Vertragsmodell schließen Sie selbst die Warenkreditversicherung ab und treten die Ansprüche an den Factor ab. Das Zwei-Vertragsmodell hat den Vorteil, dass auch die Forderungen versichert sind, die der Factor nicht aufgekauft hat. Aus Limit-Gründen kann es durchaus vorkommen, dass der Factor nicht immer alle Forderungen ankauft.

Einige Unternehmen nutzen Factoring nicht über das gesamte Jahr, sondern nur zu Bilanzstichtagen. Da mit Factoring die Forderungen risikoseitig so behandelt werden, als seien sie schon bezahlt worden, können Sie zu Bilanzstichtagen gezielt Ihre Bilanz verkürzen. Das wiederum kann Ihr Rating verbessern und sich positiv auf die Kreditvergabe auswirken. Allerdings: Haben Sie mit dieser Strategie einmal begonnen, wird es schwierig, zu späteren Bilanzstichtagen darauf zu verzichten.

Factoring bietet Hilfe bei langen Zahlungszielen

Factoring ist besonders interessant für Sie, wenn Ihre Kunden eine gute Bonität, aber in der Regel lange Zahlungsziele haben (müssen), etwa aufgrund langer Transportzeiten. Das trifft zum Beispiel auf viele Zulieferer der Automobilhersteller oder Maschinen- und Anlagenbauer zu. Gerade für kleinere Unternehmen, die stark wachsen und in großem Umfang Vorräte und andere Vorleistungen vorfinanzieren müssen, aber nicht den Bonitätsanforderungen für eine entsprechende Kreditaufnahme genügen, ist Factoring eine attraktive Finanzierungsform. Denn nicht zuletzt lassen sich so auch Covenant-Brüche vermeiden.

Factoringgesellschaften setzen in der Regel voraus, dass Forderungen veräußert werden können. Doch inzwischen gibt es auch für zahlreiche Sonderfälle Regelungen und Angebote. Beim stillen Factoring beispielsweise wird die Abtretung an den Factor gar nicht bekanntgegeben; der Schuldner zahlt die geforderte Summe auf ein Sonderkonto ein. Auch für Sonderregelungen wie Eigentumsvorbehalt oder Kick-back-Zahlungen gibt es Lösungen.

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Ihr Ansprechpartner

Michael Thomiczny

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